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Investmentfonds - Exchange Traded Fund (ETF)


Exchange Traded Funds (ETF) werden bei Anlegern immer beliebter und bilden eine neue Anlageklasse bei Fondsanlagen. Die wichtigsten Fragen beantwortet Herr Thomas Richter (Hauptgeschäftsführer des deutschen Fondsverband BVI) im Interviev.

Hat sich mit ETF eine neue Anlageklasse etabliert?

Hat sich mit ETF eine neue Anlageklasse etabliert?


Hat sich mit den Exchange Traded Funds (ETF) eine neue Anlageklasse am Markt etabliert?

Ja. Der Markt der Exchange Traded Funds ist in den letzten Jahren schnell gewachsen. Der erste ETF für institutionelle Anleger wurde 1971 in den USA aufgelegt. 1976 konnten dann auch amerikanische Privatanleger Indexfonds erwerben.

In Europa wurden die ersten sechs ETF mit einem Volumen von gut 720 Millionen Euro im Jahr 2000 eingeführt. Die Idee etablierte sich schnell. Im Jahr 2013 waren schon über 1.300 ETF mit einem verwalteten Vermögen von über 267 Milliarden Euro gelistet. Heute stehen nicht nur ETF auf alle großen deutschen und europäischen Aktienindizes zur Verfügung, sondern auch Produkte auf zahlreiche weitere Indizes.

Ist ETF, ETP und Indexfonds das Gleiche?

Ist ETF, ETP und Indexfonds das Gleiche?


Verschiedene Begriffe wie Exchange Traded Product (ETP), passiv gemanagter Indexfonds und Exchange Traded Fund (ETF) werden häufig synonym verwendet. Ist das korrekt?

Nein. Passiv strukturierte Produkte im Gewand börsengehandelter Schuldverschreibungen müssen klar von Fonds unterschieden werden. Ebenso sind aktiv gemanagte Fonds keine ETF, selbst wenn sie an der Börse gehandelt werden.

Es kommt häufig zu Unklarheiten und Vermischungen, auch in der öffentlichen Berichterstattung. Die korrekte Abgrenzung und Definition ist jedoch wichtig, nicht zuletzt deshalb, weil ETF anderen rechtlichen Rahmenbedingungen unterliegen.

Exchange Traded Products (ETP) ist ein Sammelbegriff für die drei Produktgruppen:

Exchange Traded Funds (ETF),
Exchange Traded Commodities / Currencies (ETC),
Exchange Traded Notes (ETN).

Im Unterschied zu klassischen Investmentfonds werden diese Produkte alle an der Börse gehandelt und passiv gemanagt.

Jedoch bezeichnet nur der Begriff ETF OGAW-konforme, indexabbildende Investmentfonds. Ausschließlich ETF unterliegen den gleichen strengen Regeln wie klassische Fonds. Über diese Produkte reden wir beim BVI, wenn wir von ETF oder auch von Indexfonds sprechen.

Werden ETF von BVI-Mitgliedern angeboten?

Werden ETF von BVI-Mitgliedern angeboten?


Werden ETF auch von Mitgliedsunternehmen des BVI angeboten?


Ja. Der BVI definiert sich nicht nach Assetklassen oder Anlagestilen, sondern als Interessenvertreter aller KVGs und Fonds auf dem deutschen Markt. Mitglieder des BVI können aktive oder passive Anlagestrategien verfolgen, in Wertpapiere oder Sachwerte investieren, auf Administration oder Portfoliomanagement spezialisiert sein und institutionelle oder private Anleger ansprechen.

Ist der BVI also auch zum Thema ETF aktiv?

Ist der BVI also auch zum Thema ETF aktiv?


Heißt das, der BVI ist auch zum Thema ETF aktiv?


Ja. Unter dem Dach des BVI tauschen sich unsere Mitglieder und auch externe Teilnehmer regelmäßig zu rechtlichen und anderen marktrelevanten Fragen zum Thema ETF aus. Schon seit einigen Jahren wählen die Mitglieder des BVI zudem einen Vertreter der ETF-Anbieter in unseren Vorstand.

Auch für Anleger bieten wir auf unserer Homepage Informationen über ETF. Häufig gestellte Fragen fassen wir in der BVI-Rubrik FAQ ETF / Indexfonds zusammen.

Auf regulatorischer Ebene arbeitet der BVI für alle Fondsarten gleichermaßen an guten Rahmenbedingungen für Anleger und an einem level playing field für verschiedene Anlageprodukte.

Welche Regularien sind mit ETF aktuell?

Welche Regularien sind mit ETF aktuell?


Welche regulatorischen Themen sind im Zusammenhang mit ETF derzeit aktuell?


Es gibt kaum Regulierung speziell für ETF, sondern für Investmentfonds aller Anlagestile. Das deutsche Kapitalanlagegesetzbuch, das im Juli 2013 in Kraft getreten ist, gilt gleichermaßen für aktiv gemanagte Investmentfonds und für passiv gemanagte ETF. Gleiches gilt für die bestehenden europäischen OGAW-Regularien, die z. B. das Key Information Document KID vorschreiben.

Gibt es keine Regeln speziell für ETF?

Gibt es keine Regeln speziell für ETF?


Das heißt, es gibt keine Regeln speziell für ETF?


Doch. Auch wenn der übergeordnete Rahmen einheitlich ist, gibt es auch einige Richtlinien speziell für ETF. Zeitgleich mit dem KAGB wurde auch mit der Fondsnamensrichtlinie der BaFin die europäische ESMA-Leitlinie für ETF und andere OGAW-Themen umgesetzt. Sie enthält konkrete Anforderungen speziell für ETF: Jeder OGAW-konforme ETF muss die Bezeichnung "UCITS- ETF" im Namen führen und in allen relevanten Dokumenten wie Vertriebsunterlagen und Verkaufsprospekten angeben.

An gleicher Stelle müssen Grundsätze zur Transparenz des Portfolios, zum zugrunde liegenden Index sowie zur genauen Nachbildungsmethode und ihrer Schwankungsbreite angegeben werden.

Der BVI begrüßt diese Vorgabe. ETF sind hiermit klar abgegrenzt zu anderen börsengehandelten Anlagen, die nicht den gleichen strengen Regeln unterliegen. Dieser wichtige Unterschied ist nun für Anleger einfacher zu erkennen.

Ihre Meinung zu Indexnachbildung- Methoden?

Ihre Meinung zu Indexnachbildung- Methoden?


Derzeit wird in Zusammenhang mit ETF ebenfalls über die verschiedenen Methoden der Indexnachbildung diskutiert. Wie ist Ihre Meinung hierzu?

Es gibt gibt verschiedene Arten der Indexnachbildung. Die direkte, physische Replikation zum Beispiel funktioniert über die direkte Investition in die dem Index zugrundeliegenden Aktien. Die indirekte, synthetische Replikation setzt Derivate, zum Beispiel Swaps, ein.

In der derzeitigen Diskussion geht es vor allem um den Einsatz von Derivaten in Fonds, um einen Index möglichst genau abzubilden.

Welches Risiko ist hier gemeint?

Welches Risiko ist hier gemeint?


Welches Risiko ist hier gemeint und wie wird es abgesichert?

In Bezug auf die synthetische Nachbildungsmethode mit Hilfe von Swaps besteht ein Kontrahentenrisiko, wenn der Handelspartner, der die Swaps stellt, ausfällt. In Bezug auf die direkte, physische Replikation werden hin und wieder das Thema Wertpapierleihe und die damit im Zusammenhang stehenden Risiken diskutiert. OGAW Fonds müssen aber schon immer gegenüber diesen Risiken vorsorgen und diese adäquat besichern.

Werden ETF aktiven Fonds Konkurrenz machen?

Werden ETF aktiven Fonds Konkurrenz machen?


ETF sind also definitorisch klar abgegrenzt und regulatorisch ebenso streng kontrolliert wie aktiv gemanagte Investmentfonds. Werden sie diesen zunehmend Konkurrenz machen?


Ich glaube schon. ETF sind inzwischen ein wichtiger Bestandteil der Investmentfondsbranche. Sie bieten gegenüber aktiv gemanagten Fonds bestimmte Vorteile, wie die Kostenstruktur, aber auch die große Flexibilität im Einsatz. Jedoch verzichten Anleger auf die Chance, die Wertentwicklung einer Benchmark zu übertreffen.

Aktiv und passiv gemanagte Produkte ergänzen sich und bieten Anlegern die Chance, ihr Portfolio gemäß dem persönlichen Anlage-Risiko-Profil sinnvoll zu diversifizieren.

Der BVI wird sich in diesem Sinne weiter für gleiche Rahmenbedingungen für alle Investmentfonds, einen fairen Wettbewerb und die Vergleichbarkeit verschiedener Anlageprodukte einsetzen.

FAQ ETF, Indexfonds, Begriffe

FAQ ETF, Indexfonds, Begriffe


Häufig gestellte Fragen und Begriffe zum Thema ETF finden Sie hier beim BVI:

Mehr zu ETF

FAQ ETF / Indexfonds

Lexikon für Privatanleger

Exchange Traded Funds (ETF)

ETF werden an der Börse gehandelt. Sie bilden in der Regel in ihrer Zusammensetzung einen bestimmten Index vollständig oder in hoher Übereinstimmung nach (Indexfonds). Ziel ist es, der Wertentwicklung des zugrunde liegenden Index möglichst genau zu folgen.

ESMA

ESMA ist die europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde. Sie koordiniert und kontrolliert die Wertpapieraufsichtsbehörden in der EU und erlässt Leitlinien und Empfehlungen.

Derivate

Hierbei handelt es sich um Termingeschäfte auf der Grundlage von bestimmten Basiswerten (Underlyings). Der Begriff Derivate bezieht sich somit auf Finanzinstrumente, deren Preis bzw. Kurs von einem ihnen jeweils zugrunde liegenden Marktgegenstand als Basiswert abgeleitet wird.

Key Information Document (KID)

Seit dem 1. Juli 2011 gibt es für Investmentfonds ein Informationsblatt, das einen Überblick über die wichtigsten Eckpunkte eines Fonds bietet. Die sogenannte "Wesentlichen Anlegerinformationen" (Key Information Document, kurz: KID) fasst alles, was für eine Anlageentscheidung relevant ist, auf zwei DIN-A4-Seiten zusammen.

OGAW

OGAW steht im europäischen Raum für "Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren". Dies sind Investmentfonds, die in gesetzlich definierte Arten von Wertpapieren und andere Finanzinstrumente investieren. OGAW werden auch UCITS genannt (Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities). Sie werden durch die europäische OGAW-Richtlinie reguliert.

Swap

Ein Swap ist im wirtschaftlichen Sinne ein Sammelbegriff für derivative Finanzinstrumente, deren Gemeinsamkeit ein Austausch von zukünftigen Zahlungsströmen ist. Swaps gehören zu den OTC-Geschäften, also außerbörslichen Geschäften. Die Vereinbarung definiert dabei, wie die Zahlungen berechnet und wann sie fällig werden.

Quellen: BVI, Gabler-Wirtschaftslexikon, Wikipedia

Weitere Informationen zum Thema Geldanlage


28.03.2014

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