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Mehr als 9.000 Hausbesitzer können sich leichter gegen Hochwasser versichern

Foto: GDV - Ihre Deutschen Versicherer

25.10.2017. Die Zahl der am stärksten von Hochwasser bedrohten Häuser in Deutschland ist statistisch auf 129.700 gesunken. Das ist ein Rückgang um rund 7 Prozent im Vergleich zum vergangenen Jahr.

Im Zuge des jährlichen Updates des Geoinformationssystems für Hochwassergefahren der Versicherungswirtschaft (ZÜRS Geo), konnten 9.300 Gebäude aus der höchsten Gefahrenklasse 4 einer niedrigeren zugeordnet werden. Für diese Hausbesitzer bedeutet dies, dass sie sich nun leichter gegen Hochwasser versichern können. Von den bundesweit 21,4 Millionen Adressen in ZÜRS Geo liegen nur 0,6 Prozent in der höchsten Gefahrenklasse 4, in der statistisch mindestens ein Hochwasser in zehn Jahren zu erwarten ist. Jedes Jahr fließen neue und aktualisierte Daten der Wasserwirtschaft in ZÜRS Geo ein. „Durch die genauere Datenlage können sich mehr Menschen einfacher gegen die wachsende Überschwemmungsgefahr versichern“, sagt Bernhard Gause, Mitglied der GDV-Geschäftsführung. „Starkregen und die Folgen von Unwettern gehen alle an. Die Bilder dieses Sommers haben das erneut deutlich gemacht.“ Vielen ist nicht bewusst, dass Überschwemmungsschäden an Häusern und Hausrat nur von der Versicherung ersetzt werden können, wenn der Zusatzbaustein der erweiterten Naturgefahrenversicherung abgeschlossen wurde.

Baden-Württemberg, Hamburg und Hessen profitieren am stärksten

Besonders profitieren die Hausbesitzer in Baden-Württemberg und Hamburg: In Baden-Württemberg konnten knapp 60 Prozent und in Hessen 40 Prozent der Adressen der Gefahrenklasse 4 einer niedrigen zugeordnet werden. In Baden-Württemberg sind künftig damit nur noch rund 6.200 Adressen und in Hamburg 660 Adressen der Zone 4 zugeordnet. In Hessen sank die Zahl der Adressen der Zone 4 um rund 14 Prozent auf rund 8.300.

Noch genauere Bewertung des Überschwemmungsrisikos

Mit der neuen ZÜRS Geo Version 2017 lassen sich Gebäude den vier Hochwassergefahrenklassen noch genauer zuordnen. Erstmals ist erkennbar, ob sich die Lage eines Gebäudes über unterschiedliche ZÜRS Zonen erstreckt oder sich hinter einer Adresse mehrere Gebäude in unterschiedlichen Zonen verbergen. Das Überschwemmungsrisiko lässt sich damit noch besser einschätzen als bisher.

99 Prozent der Gebäude problemlos gegen Hochwasser versicherbar

Das Zonierungssystem Überschwemmung, Rückstau und Starkregen (ZÜRS) hilft Versicherern, Hochwasserrisiken einzuschätzen und Prämien für Elementarschadenversicherungen risikogerecht zu berechnen. Es teilt die 21,4 Millionen erfassten Gebäude in vier Gefahrenklassen ein:

- Mit 19,5 Millionen liegen die meisten Adressen in der Gefahrenklasse 1, in der nach gegenwärtiger Datenlage kein Hochwasser größerer Gewässer auftritt.

- In der Gefahrenklasse 2 (1,5 Millionen Adressen) treten Hochwasser statistisch seltener als einmal in 100 Jahren auf. Hierzu gehören auch diejenigen Flächen, die bei einem sogenannten „extremen Hochwasser“ ebenfalls überflutet sein können.

- In der Gefahrenklasse 3 (234.000 Adressen) werden alle Häuser erfasst, die statistisch mindestens einmal alle 10 bis 100 Jahre von einem Hochwasser betroffen sind.

- Die Gefahrenklasse 4 (129.700 Adressen) umfasst alle Gebäude, in denen statistisch mindestens ein Hochwasser in zehn Jahren zu erwarten ist.

Vom ZÜRS Update 2017 profitieren jedoch nicht allein Besitzer von Häusern, die in exponierten Überschwemmungsgebieten stehen: Denn insgesamt sinkt für rund 92.500 Gebäude die Gefahrenklasse und für 43.200 steigt sie.

Insgesamt sind in Deutschland gut 99 Prozent der Gebäude problemlos gegen Überschwemmungen und Starkregen versicherbar. Auch die verbleibenden, besonders gefährdeten Häuser können fast alle mit Selbstbehalten oder nach individuellen baulichen Schutzmaßnahmen versichert werden.

Grundsätzlich gilt: Überschwemmungsschäden an Häusern und Hausrat werden nur dann von der Versicherung ersetzt, wenn eine erweiterte Naturgefahrenversicherung besteht. Vielen Hausbesitzern fehlt dieser wichtige Zusatzbaustein in ihrer Wohngebäudeversicherung. Bundesweit haben nur rund 40 Prozent der Häuser diesen Schutz, es könnten sich aber wesentlich mehr Hausbesitzer versichern.

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