Mehr Kinder kommen im Straßenverkehr zu Schaden
12.08.2026. Durchschnittlich alle 18 Minuten ist im letzten Jahr ein Kind im Straßenverkehr verletzt oder getötet worden. Rund 29 270 Kinder unter 15 Jahren verunglückten im Jahr 2025 bei Verkehrsunfällen, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Damit kamen 7 % mehr Kinder zu Schaden als im Jahr 2024 mit 27 260 Verunglückten. Die Zahl der getöteten Kinder stieg 2025 gegenüber 2024 von 53 auf 74. Nach einem deutlichen Rückgang während der Corona-Pandemie in den Jahren 2020 und 2021 war die Zahl der bei Verkehrsunfällen verletzten und getöteten Kinder in den letzten Jahren wieder gestiegen.
Zahl der Todesfälle steigt in allen Altersgruppen
Die Zahl der bei Verkehrsunfällen getöteten Kinder ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr in allen Altersgruppen gestiegen. Bei den unter 6-Jährigen nahm die Zahl der Todesfälle von 18 auf 30 zu. Bei den 6- bis 9-Jährigen stieg Zahl der Getöteten von 15 auf 17, bei den 10- bis 14-Jährigen von 20 auf 27. Mit Blick auf die Verkehrsmittel stieg die Zahl der getöteten Kinder, die in Pkw mitgefahren waren, am stärksten an: von 21 auf 31. Größere Anstiege gab es auch bei getöteten Kindern, die mit Fahrrädern (von 8 auf 13) und mit E-Scootern (von 0 auf 4) unterwegs gewesen waren.
Ältere Kinder verunglücken besonders häufig morgens auf dem Schulweg
Die 6- bis 14-Jährigen verunglücken im Straßenverkehr montags bis freitags besonders häufig in der Zeit von 7 bis 8 Uhr. Das ist die Zeit, zu der Kinder in diesem Alter üblicherweise auf dem Weg zur Schule sind und zu der sich daher besonders viele Kinder im Straßenverkehr aufhalten. In dieser Zeit wurden im vergangenen Jahr 12 % der verunglückten 24 010 Kinder im entsprechenden Alter verletzt oder getötet. In den folgenden Stunden bis 13 Uhr verunglücken weniger Kinder. Montags bis freitags in den Zeiten von 13 bis 14 Uhr sowie 15 bis 16 Uhr und 16 bis 17 Uhr erreicht die Zahl der verunglückten Kinder mit Anteilen von je 9 % die nächsthöchsten Werte.
Jüngere Kinder verunglücken am häufigsten im Auto, ältere Kinder auf dem Fahrrad
Die meisten Kinder, die 2025 im Straßenverkehr verunglückten, saßen auf einem Fahrrad (34 %). Zum Zeitpunkt des Unfalls waren weiterhin 31 % mit dem Auto, 20 % zu Fuß und 8 % mit dem E-Scooter unterwegs. Betrachtet man jedoch verschiedene Altersgruppen, ergibt sich ein differenzierteres Bild: Unter 6-Jährige sind besonders häufig im Auto mit betreuenden Erwachsenen unterwegs, demzufolge verunglücken sie hier am häufigsten (55 % im Jahr 2025). Schulkinder bewegen sich mit zunehmendem Alter selbstständig im Straßenverkehr – entsprechend steigt der Anteil der Radfahrenden und Fußgängerinnen und -gänger unter den Verunglückten. 6- bis 14-Jährige verunglückten am häufigsten auf ihrem Fahrrad (39 %), 26 % in einem Auto sowie 19 % zu Fuß.
Weitere Informationen:
Der Unfallkalender des Statistischen Bundesamtes gibt einen Überblick darüber, an welchen Tagen Kinder im Jahr 2025 besonders häufig verunglückt sind und inwiefern das tägliche Unfallgeschehen von dem der Vorjahre abweicht.
GVI-Tipp zu Kinderunfällen: Prävention und Absicherung
Ein wirksamer Schutz vor Kinderunfällen besteht aus zwei Bausteinen: Prävention und Absicherung. Eltern sollten Gefahrenquellen frühzeitig beseitigen und ihren Kindern altersgerechte Sicherheitsregeln vermitteln. Ergänzend können Haftpflicht- und Unfallversicherung helfen, finanzielle Folgen schwerer Unfälle oder Schäden abzufedern.
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