Zum Inhalt springen

Warum arbeiten immer mehr Menschen nach dem Renteneintritt weiter?

09.02.2026. Immer mehr Menschen arbeiten auch nach dem Renteneintritt. Innerhalb von zehn Jahren stieg die Erwerbstätigenquote der 65- bis 69-Jährigen von 13 auf 20 Prozent. Jeder Fünfte in dieser Altersgruppe ist erwerbstätig. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Altersübergangs-Report des Instituts Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen.

Ist das die Zukunft: Arbeiten nach dem Renteneintritt? Interview mit dem Juristen und Autor Dr. Otto N. Bretzinger

Was sind aus Ihrer Sicht die Gründe für diese Entwicklung?
Die Regelaltersgrenze, ab der man sich ohne Abschläge aus dem Berufsleben verabschieden kann, wurde sukzessive angehoben. Dadurch steigt dann natürlich auch der Anteil der Menschen, die zwischen dem 65. und 67.Lebensjahr arbeiten. Viele vor allem aus finanziellen Gründen, entweder weil sie keine Abschläge hinnehmen wollen oder weil sie ihre Rentenpunkte noch aufbessern müssen. Manche haben auch noch nicht die notwendigen Beitragsjahre für die Rente zusammen.

Und ist das jetzt ein Trend, der sich fortsetzen wird?
Das ist ein bisschen der Blick in die Glaskugel. Aber die Politik versucht ja aktuell, mit der neuen Aktiv-Rente steuerliche Anreize zu setzen, damit die Menschen länger erwerbstätig bleiben. Also entweder ihren Eintritt in die Rente nach hinten schieben oder aber neben dem Bezug der Rente noch weiter arbeiten. Die Zahlen des Altersübergangs-Reports zeigen, dass mit zunehmendem Alter Teilzeitarbeit favorisiert wird. Wo Arbeitgeber das ermöglichen, wird man sicher eher auf die Expertise älterer Mitarbeitender setzen können. Nicht zu vergessen, dass die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission Reformvorschläge für ein zukunftsfähiges Rentensystem erarbeiten wird. Dazu gehört etwa die Idee, das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. Unterm Strich bedeutet das: Die Rente wird künftig wohl immer später in Sicht sein.

Das bedeutet, dass man das Thema „Auskommen im Alter“ auf die lange Bank schieben kann?
Keineswegs! Spätestens Ende 50 sollte man sich Gedanken um die Finanzen nach dem aktiven Berufsleben machen. Was ist aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu erwarten? Lohnt es sich, freiwillig Beiträge nachzuzahlen? Wie ist es um die private Altersvorsorge bestellt? Können Kredite oder Hypothekendarlehen bis zum Renteneintritt abbezahlt werden? Wer da rechtzeitig mit dem Kassensturz startet, kann mögliche Lücken ausmachen und noch gegensteuern. Denn viele Menschen machen vor allem einen Fehler: Sie überschätzen ihre Einnahmen im Alter und unterschätzen zugleich ihre Ausgaben.

Zur Person:

Dr. Otto N. Bretzinger ist Jurist und Journalist. Für die Verbraucherzentrale hat er mehrere Ratgeber verfasst, darunter "Rente in Sicht" und den erfolgreichen Dauerseller „Richtig vererben und verschenken“.

Mehr Informationen zum Thema

Mehr Informationen zum Thema finden Sie in dem Ratgeber "Rente in Sicht".

Update-Service: Insider-Tipps

Verpassen Sie keine exklusiven Warnungen, Tipps, Gratis-Tools, Gratis-Videos und Gratis-Downloads mit dem kostenlosen GVI-Insider-Newsletter.

Angebots-Service:

Wenn Sie ein interessantes Angebot suchen, nutzen Sie einfach den GuV-Angebotsservice.

Alle Vorteile sichern

Das könnte Sie auch interessieren:

Verwandte Themen:

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie im Cookie-Kontrollzentrum auch einzelne Einstellungen vornehmen.